Neue Papierarbeiten
Vernissage: Freitag, 17. Juli 2026, 19 – 21 Uhr
Laufzeit: 17.07. – 30.08.2026
Die Villa Goecke lädt zur Ausstellung „Den Himmel an die Erde nähen” mit neuen Papierarbeiten von Andrea Lehmann ein. Die Eröffnung findet am Freitag, den 17. Juli 2026, von 19 bis 21 Uhr statt.
Statement der Künstlerin
Die Ausstellung „Den Himmel an die Erde nähen“ setzt Gedanken fort, die bereits in der Arbeit „Die Erde sei Dir leicht“ angelegt waren. Dort stand die Frage im Mittelpunkt, welche Spuren ein menschliches Leben hinterlässt und wie Erinnerung über den Tod hinaus weiterbestehen kann. Die neuen Arbeiten richten den Blick auf die entgegengesetzte Bewegung: auf Herkunft, auf die Erinnerung an einen Ursprung und auf die Frage, wie der Mensch seinen Weg auf der Erde findet.
Die Papierarbeiten zeigen den Raum zwischen Haus und Garten, der keine Landschaft sondern ein Erfahrungsraum ist, in dem Bewusstsein, Verantwortung und Identität entstehen. Wie in vielen Schöpfungsmythen bildet der geschützte Garten den Ausgangspunkt einer Entwicklung, die zur Begegnung mit der Welt führt.
Die Figuren der Bilder befinden sich in einem aufmerksamen Zustand, in dem Begegnungen und Möglichkeiten zu Entscheidungen bereits vorhanden sind, die daraus hervorgehende Handlung aber noch nicht vollzogen ist. Es erscheinen ruhige Geparden und andere Großkatzen, die weder Bedrohung noch Schutz bringen. Ihre Aufgabe ist die Begegnung selbst. Sie zeigen den Augenblick vor der Reaktion – den Zustand, in dem Erfahrung und Wille zusammen entscheiden, wie der Mensch der Welt begegnet.
Die einzelnen Bilder erzählen keine zusammenhängende Geschichte, es sind Variationen dieser Fragen: Pflanzen werden aus ihrer Erde gerissen, Licht begegnet dem Modell seines eigenen Ursprungs, Wesen bewachen Übergänge, Tiere und Menschen beobachten einander, und es öffnen sich Gärten, Zimmer und Seen als Orte, an denen sich die Welt in einen Moment verändert, noch ohne ihre Gestalt zu verlieren. Die Perlen sind noch nicht angenäht, Eva hat den Garten noch nicht verlassen, die Ratte ist noch nicht gefressen, der Vogel ist noch im Käfig
Die Stiche einer Naht entsprechen den Augenblicken, in denen sich eine Haltung ausbildet. Und aus dieser Haltung entstehen später Handlungen – so wie aus einer Naht ein ganzes Kleid entsteht.
Andrea Lehmann, Düsseldorf im Juli 2026






























